Googles neue Diagnose-KI erkennt die 26 häufigsten Hautkrankheiten mit der Genauigkeit eines Dermatologen und soll speziell fachfremden Ärzten die Arbeit erleichtern.

Etwa 1,9 Milliarden Menschen leiden an Hautkrankheiten, viele bekommen nie einen Dermatologen zu Gesicht. Ein Missverhältnis, dem Google mit Künstlicher Intelligenz begegnen möchte: Allein in den USA sehen laut Google nur die Hälfte aller Patienten einen ausgebildeten Spezialisten für ihre Erkrankung. Ein Großteil der Diagnosen würde von fachfremden Ärzten durchgeführt.

Studien zeigten jedoch, dass deren Diagnosefähigkeit teils weit hinter der ihrer spezialisierten Kollegen liegt: Während die Diagnosen von Dermatologen in 77 bis 96 Prozent der Fälle bei der ersten Untersuchung richtig seien, läge die Erfolgsrate anderer Mediziner zwischen 24 und 70 Prozent.

Googles KI soll häufigste Hautkrankheiten erkennen

Um speziell fachfremde Ärzte bei ihrer Diagnose zu unterstützen, existieren bereits Referenzbücher, Online-Ressourcen und KI-Systeme. Letztgenannte sind auf bösartigen Hautkrebs spezialisiert, doch der macht nur zehn Prozent aller Hauterkrankungen aus.

Googles neue KI soll sich nun den anderen 90 Prozent widmen. Die Forscher trainierten sie mit medizinischen Daten von etwa 14.000 Hauterkrankungen samt der dazugehörigen Diagnosen von Dermatologen. Die Daten bestehen aus klinischen Bildern und 45 Meta-Angaben wie etwa Alter, Geschlecht und Symptome der Patienten.

Die KI wird mit Bildern und Metadaten gefüttert. Wesentlicher Bestandteil der KI ist Googles Bilderkennungs-KI "Inception". Bild: Google.

Die KI wird mit Bildern und Metadaten gefüttert. Wesentlicher Bestandteil des Systems ist Googles Bilderkennungs-KI “Inception”. Bild: Google.

KI erkennt Krankheiten wie ein Profi

Nach dem Training verglichen die Forscher ihre KI-Diagnosen in rund 3.700 Fällen mit denen von Dermatologen, Allgemeinmedizinern und Pflegepersonal. Die KI erreichte eine Genauigkeit von etwa 90 Prozent und damit die Leistung der Dermatologen. Die anderen Gruppen lagen bei rund 75 Prozent und 55 Prozent ihrer Diagnosen richtig.

Die Forscher sehen die Erfolge ihrer KI als Beweis, dass KI-Diagnose großes Potenzial in der klinischen Praxis habe. Fachfremde Ärzte könnten ihre Patienten so besser versorgen.

Quellen: Google, Arxiv.org; Titelbild: Google

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