GPT-3: Google will KI-Content wie Spam behandeln

GPT-3: Google will KI-Content wie Spam behandeln

Wer seine Textproduktion auf Tools wie GPT-3 auslagern will, muss mit einer Abstufung in der Google-Suchmaschine rechnen, sagt Googles wichtigster Webmaster-Berater John Mueller.

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Die KI-Textmaschine GPT-3 benötigt etwa zwei, drei von Menschen vorgeschriebene Sätze, um ein Thema oder eine Argumentation zu erkennen. Dann schreibt sie den Text zu Ende.

Gerade bei bekannten Sachverhalten oder bei Zusammenfassungen beherrscht GPT-3 die Texterstellung auf einem Niveau, auf dem der maschinell erstellte Text nicht oder nur in Ausnahmefällen von einem von Menschen geschriebenen Text unterscheidbar ist.

Ein Beispiel: Ein Fake-Blog mit vollständig KI-generierten Texten von GPT-3 zum Thema Lebenshilfe und Selbstoptimierung konnte tausende Leser:innen gewinnen – und das passierte schon 2020. Bei Hausarbeiten erzielten von GPT-3 geschriebene Aufsätze bessere Noten als studentische Aufsätze.

Seitdem hat OpenAI GPT-3 kontinuierlich verbessert, etwa mit der Möglichkeit, die Sprach-KI auf individuelle Themen einzustellen.

GPT-3 und zukünftige, noch mächtigere KI-Werkzeuge wie GPT-4 könnten also das Content-Geschäft im Internet massiv verändern. Aber der wichtigste Gatekeeper, Google, hat was dagegen.

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KI-generierter Content verstößt gegen Googles Inhaltsrichtlinien

Googles wichtigstes Suchmaschinen-Spachrohr John Mueller erklärt in einer kürzlich abgehaltenen Frage-Antwort-Runde Googles Haltung zu KI-generierten Inhalten. Google würde diese wie andere automatisch generierte Inhalte als Spam einstufen.

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Es gebe viele Methoden, Text automatisch zu generieren. KI-Methoden seien womöglich „ein wenig besser“ als bisherige Werkzeuge, so Mueller, aber: „Für uns ist es immer noch automatisch generierter Inhalt, und das bedeutet für uns, dass es immer noch gegen die Webmaster-Richtlinien verstößt. Wir würden das also als Spam betrachten“, sagt Mueller.

Eine derartige Abwertung seitens Google würde KI-generierten Content für viele Netz-Unternehmen und -Organisationen wertlos machen. Google ist im Westen der wichtigste Torwächter für Internet-Inhalte. Eine Abstrafung durch den Suchkonzern ist häufig gleichbedeutend mit dem Ende eines Content-Angebots.

Kann Google GPT-3 und Co. erkennen?

Die Spam-Strafe ist wohl die schlimmste, die Google gegen ein Content-Angebot verhängen kann. Aber kann Google sie überhaupt verhängen? Das würde voraussetzen, dass der Konzern KI-generierten Content verlässlich erkennen kann.

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„Ich kann das nicht behaupten“, sagt John Mueller auf Nachfrage von SEO-Profis, ob Google KI-generierte Texte identifiziert. Er erwarte ein „Katz-und-Maus-Spiel“ zwischen Googles Webspam-Team und jenen Menschen, die KI-Content-Werkzeuge einsetzen.

„Manchmal werden Leute mit etwas durchkommen und dann kommt unser Webspam-Team dahinter und löst das Problem auf breiterer Ebene“, sagt Mueller.

KI könne sich zu einem Werkzeug für Autor:innen entwickeln, um effizienter zu schreiben, wie es etwa bei Übersetzungs- oder Fehlerprüfungssoftware bereits der Fall sei, so Mueller weiter.

Derzeit berücksichtige das Spam-Team jedoch nicht, auf welche Art KI-Werkzeuge eingesetzt würden. Jede Art von Einsatz werde als Spam deklariert, sofern sie denn erkannt wird. „Ich weiß nicht, was die Zukunft bringt“, sagt Mueller.

Mueller spricht nicht darüber, wie Google KI-generierten Content oder KI-Content-Fragmente in von Menschen geschriebenen Texten erkennen könnte. Bislang sind keine verlässlichen Detektoren bekannt.

Allerdings lässt sich nicht ausschließen, dass Tools wie GPT-3 womöglich feine, für Menschen nicht wahrnehmbare Muster in der Textgestaltung hinterlassen, die von gegnerischen KI-Algorithmen aufgedeckt werden könnten.

Muellers Aussage ist zudem insofern unklar, da viele Verlage bereits automatische Textgenerierung einsetzen, etwa für Börsen- oder Sport-Nachrichten, die bislang offensichtlich nicht abgestraft werden.