Elon Musk: Tesla-Autopilot bald „viel sicherer“ als der Mensch

Elon Musk: Tesla-Autopilot bald „viel sicherer“ als der Mensch

Mit noch mehr KI-Leistung will Elon Musk in diesem Jahr Teslas eigenständig fahren lassen. Ob diese Selbstfahrleistung von Teslas „Full Self-Driving“-Software dann dem Autonomie-Level 5 entspricht, darauf will sich Musk nicht festlegen – aber den durchschnittlichen Fahrer soll die Steuer-KI in puncto Sicherheit übertreffen.

Im Oktober 2020 veröffentlichte Tesla erstmals eine Beta-Version der „Full Self-Driving“-Software, dank der Tesla-Besitzer ihr Auto eigenständig von A nach B fahren lassen können. In den Sicherheitshinweisen heißt es, dass die Steuer-Software nur „mit beiden Händen am Lenkrad“ eingesetzt werden darf.

Auf die Testversion hat eine begrenzte Anzahl an Personen Zugriff, die Berichte waren teils euphorisch: Das Auto blinkt und biegt selbstständig ab, es weicht aus und kommt mit Straßen ohne Fahrbahnmarkierung zurecht.

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Wann ist autonomes Fahren Level 5?

Teslas aktuelle Software ist auch laut Tesla noch auf einen Fahrer angewiesen, der die Hände am Lenkrad und den Straßenverkehr im Auge behält.

Als fortschrittliches Fahrerassistenzsystem bewegt sich die Full-Self-Driving-Software also nach der Einordnung der Society of Automotive Engineers zwischen Level 2 und 3. Ein mit Level 5 zertifiziertes Auto würde vollständig eigenständig und sicher im Straßenverkehr agieren.

Die fünf Stufen des autonomen Fahrens. | Bild: via nhtsa.gov

Die fünf Stufen des autonomen Fahrens. | Bild: via nhtsa.gov

Der Knackpunkt: Für Musk ist Full Self-Driving bei Tesla bereits für autonomes Fahren der Stufe fünf tauglich, also vollständig autonom, oder zumindest nahe dran.

Bei der World Artificial Intelligence Conference im Sommer 2020 betonte Musk, dass er Level-5-Autonomie praktisch als gelöst ansieht und der flächendeckende Einsatz der KI-Software eher eine Frage der Erwartungshaltung an die Sicherheit der Systeme im Verhältnis zur menschlichen Fahrleistung ist.

Musk geht nicht davon aus, dass Regulatoren eine Steuer-Software akzeptieren, die nur auf dem Niveau menschlicher Fahrer agiert – sie müsse besser sein, nur wie viel besser, das sei unklar. Hardwareseitig sollen aktuelle Teslas ohnehin ausreichend mit Chips und Sensoren bestückt sein.

Comma AI zweifelt an Teslas schnellem Fortschritt

Das auf autonomes Fahren spezialisierte KI-Start-up Comma AI sieht in neuen, flexibler trainierten KI-Algorithmen wie MuZero eine mögliche Lösung für Level-5-Autonomie. Flexibler ist MuZero deshalb, weil es die Regeln eines Systems während des Trainings eigenständig lernt.

Das funktioniert bei Spielen wie Schach oder Go auf einem so hohen Niveau, dass MuZero die eigenen Vorgängersysteme wie AlphaGo deutlich hinter sich lässt. Allerdings: Der Straßenverkehr ist im Vergleich zu einem Brettspiel oder einem 80er Jahre Atari-Game deutlich komplexer.

George Hotz, der Chef von Comma AI, sieht in MuZero daher zwar die Software-Lösung für autonomes Fahren – allerdings nicht zeitnah. Bei Twitter triggert er Musk mit einer Wette: 10.000 US-Dollar will das Start-up darauf setzen, dass Tesla Level 5 zwar erreicht, allerdings nicht so schnell, wie Musk es erwartet.

Musk reagiert auf Hotz‘ Köder und macht deutlich, dass ihn die Autonomie-Einordnungen seitens Regulatoren nur bedingt interessieren. Für dieses Jahr verspricht der Tesla-Chef einen KI-Autopiloten, der „deutlich über dem Sicherheitsniveau eines durchschnittlichen Fahrers“ liegen soll. „Ich kann allerdings nicht für die Regulatoren sprechen“, schreibt Musk.

Tesla will 2021 beim KI-Training Gas geben

Dass Elon Musk trotz einiger Rückschläge und Verspätungen weiter zuversichtlich ist, dass Teslas zeitnah vollständig autonom über die Straßen fahren, dürfte insbesondere an Teslas Datenvorteil liegen: Überall auf der Welt ist die Tesla-Flotte unterwegs und liefert dem Unternehmen reale Daten aus dem Straßenverkehr für das KI-Training.

Jeder weltweit gefahrene Kilometer wird laut Tesla Teil des KI-Trainings – auch bei ausgeschaltetem Autopiloten. Die Vielfalt dieser Daten kann durch eine reine Computersimulation nicht erreicht werden.

2021 will Tesla das KI-Training im Projekt „Dojo“ weiter verbessern: Die Tesla-KI soll unzählige Videoaufnahmen menschlicher Fahrten verarbeiten. Das Training läuft über einen Supercomputer, den Tesla eigens für diesen Zweck bauen ließ.

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