Deepmind: Google KI-Schwester macht erstmals Profit

Deepmind: Google KI-Schwester macht erstmals Profit

Deepminds Forschung und Entwicklung zu Künstlicher Intelligenz beginnt, sich auch finanziell zu lohnen.

Die grundlegenden KI-Durchbrüche von Deepmind mit KI-Systemen wie Alphafold oder Alphastar erkaufte sich das Londoner Unternehmen teuer mit Milliardenverlusten in den letzten Jahren. Noch Ende 2020 zahlte Google-Mutterkonzern Alphabet weitere 1,2 Milliarden Euro als Darlehen an Deepmind.

Hier wird die Zukunft eingepreist: Alphabet kaufte Deepmind 2014 für circa 440 Millionen Euro. Der Unternehmenswert wird, trotz roter Zahlen in den letzten Jahren, ein Vielfaches betragen. Zu zukunftsträchtig und grundlegend ist die KI-Technologie, die Deepmind erforscht und die unmittelbar in Google-Produkten zum Einsatz kommt.

Deepmind verdient erstmals Geld

Die jetzt für 2020 vorgelegte Bilanz zeigt, dass Alphabets Investitionen in Deepmind sich auch unmittelbar finanziell zu lohnen beginnen. Das KI-Unternehmen konnte den Umsatz von 265,5 Millionen Pfund in 2019 mehr als verdreifachen: Für 2020 meldet Deepmind Geldeingänge in Höhe von 826,2 Millionen Pfund.

Dabei stiegen die Kosten kaum an: 2020 lagen sie bei 780 Millionen Pfund, im Vorjahr bei 717 Millionen Pfund. Ein Großteil von Deepminds Ausgaben fließt in qualifiziertes Personal: KI-Forschende und -Entwickler:innen sind teuer und eine kostbare Ressource. Das Unternehmen beschäftigt derzeit mehr als 1.000 Angestellte.

Deepminds Profit 2020 liegt bei 43,8 Millionen Pfund vor Steuern. Es ist das erste Mal, dass das Unternehmen schwarze Zahlen in die Jahresbilanz schreiben kann. Der Gewinn ist ein Kleckerbetrag für Alphabet, klar, aber es gilt: Auch nach sieben Jahren KI-Forschungsarbeit ist Deepmind weiter eine Investition in die Zukunft, in der Künstliche Intelligenz grundlegend verändert, wie Menschen leben und arbeiten.

Deepminds Bilanz liegt in Alphabets Händen

Unklar ist, mit welchen Projekten Deepmind die Umsätze verdreifachen konnte. Viel der Forschungsarbeit passiert wie gehabt im Grundlagenbereich, ein KI-Durchbruch wie Alphafold 2 ist als Open Source verfügbar.

Eine anonyme Quelle aus der KI-Industrie, die Einblicke bei Deepmind haben soll, weist gegenüber CNBC darauf hin, dass die Umsätze durch interne Zahlungen von Alphabet an Deepmind für bereitgestellte Services und Leistungen geschönt sein könnten. Diese Zahlungen könnten „völlig willkürlich“ erfolgen.

Deepmind verweist im Kontext der Bilanz auf „bedeutende Fortschritte in unserer Mission, Intelligenz zu lösen, um wissenschaftliche Entdeckungen zu beschleunigen“ und auf Alphafold als „einen der bedeutendsten Beiträge der KI zum Fortschritt wissenschaftlicher Erkenntnisse“. Mehr zu Alphafold erzählen wir im MIXED.de Podcast Folge #225 ab circa Minute 30:30.

Das Unternehmen sei stolz darauf, „Produkte und Infrastrukturen“ zu entwickeln, die das Leben von Milliarden Menschen verbesserten. Letztere Aussage dürfte sich unmittelbar auf die Zusammenarbeit mit Google beziehen.

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Quelle: Financial Times, CNBC