Deepmind: Generelle Künstliche Intelligenz soll den Klimawandel stoppen

Deepmind: Generelle Künstliche Intelligenz soll den Klimawandel stoppen

Ein großes Ziel der KI-Forschung ist ein mächtiges Allzweck-KI-System, das viele Aufgaben beherrscht und so komplexe Probleme lösen kann – wie den Klimawandel.

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Bei einer Business- und Wissenschaftskonferenz der Forschungseinrichtung CERN mit Fokus auf Innovationsthemen sprach Deepminds Forschungsleiter Koray Kavukcuoglu über das Potenzial genereller oder allgemeiner Künstlicher Intelligenz (Video siehe unter dem Artikel).

Die sogenannte AGI (Artifcial General Intelligence) ist eine KI mit menschenähnlicher Intelligenz, die ihr Wissen über viele Aufgaben hinweg generalisieren kann, anders als aktuelle Systeme, die auf spezielle Aufgaben trainiert sind. Letztgenannte können trotz ihrer fehlenden Generalisierungsleistung hilfreich sein: Kavukcuoglu nennt Deepminds Protein-KI Alphafold 2.0 als Beispiel für ein nützliches Spezialistensystem.

KI als Klimaretter

Laut Kavukcuoglu werden Fortschritte in der AGI-Forschung der Gesellschaft dabei helfen, mit dem Klimawandel umzugehen und ihn zu bewältigen, gerade wegen seiner „komplexen und vielschichtigen Natur“.

Kavukcuoglu verweist in diesem Kontext auf eine Deepmind-KI, die Starkregen verlässlich innerhalb der nächsten 90 Minuten für eine bestimmte Region vorhersagen kann. Das Modell unterstütze Meteorologen dabei, Vorhersagen zu erstellen, mit denen dann bessere Entscheidungen getroffen werden können für die Energieversorgung, Nothilfen oder für Flutwarnsysteme bei extremen Wetterbedingungen, die „überall auf der Welt immer häufiger vorkommen“.

Noch wichtiger als KI-Werkzeuge für den besseren Umgang mit den Folgen des Klimawandels sei es, mit KI dessen Ursprung zu bekämpfen. Kavukcuoglu glaubt, dass eine allgemeine KI die Sicherheit und Leistung von Fusionsenergie verbessern kann, die laut des Deepmind-Forschers „einzige Energiequelle, die sauber, grenzenlos und selbstversorgend ist“.

Auch in diesem Bereich arbeitet Deepmind gemeinsam mit dem Swiss Plasma Center und der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne (EPFL) an einer Deep Learning-Lösung: „Bei einer Komponente sind bereits Fortschritte zu verzeichnen, nämlich bei dem äußerst schwierigen Problem der Aufrechterhaltung neuartiger Plasmaformen, die eine bessere Energieausbeute und eine möglichst lange Stabilität des Plasmas ermöglichen“, erklärt Kavukcuoglu.

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Von der allgemeinen zur Super-KI?

Wie genau eine generelle KI entstehen könnte, und ob es überhaupt möglich sein wird, ist unklar. Ein potenzieller Pfad könnte entlang großer multimodal trainierter KI-Systeme verlaufen oder durch den Zusammenschluss vieler Expertennetze entstehen.

Laut Kavukcuoglu benötigt die allgemeine KI eine Kombination aus Vorhersage- und Kontrollmodellen: Vorhersagemodelle lernen und verstehen einen Bereich und sollen seine Entwicklung vorhersagen. Kontrollmodelle steuern die in diesem Bereich agierenden Agenten.

„Ein erfolgreicher Weg zu genereller Künstlicher Intelligenz erfordert das Verständnis und die Entwicklung von Algorithmen in beiden Bereichen, die alle Variationen unserer natürlichen und sozialen Umgebung berücksichtigen, von der Mutation von Viren über die Entwicklung von Sprache und ihrer Bedeutung im Laufe der Zeit bis hin zur Energiegewinnung durch Fusionskraft“, sagt Kavukcuoglu. Wichtig sei außerdem die interdisziplinäre Kollaboration der verschiedenen wissenschaftlichen Felder.

Für allgemeine Künstliche Intelligenz müssten noch viele weitere Aufgaben gelöst werden. Doch je allgemeiner Algorithmen würden, desto mehr Probleme könnten diese in der realen Welt lösen, so Kavukcuoglu, bis eines Tages ein KI-System entstünde, das „bei der Lösung aller anderen Problemen helfen wird“.

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Quelle: Deepmind, Sparks Forum