Im Vorfeld der US-Wahlen positioniert sich Twitter mit neuen Richtlinien gegen Deepfakes und generell manipulierte Medien.

In einem Blogbeitrag beschreibt Twitter-Managerin Del Harvey, verantwortlich für Vertrauen und Sicherheit der Plattform, neue Maßnahmen gegen Deepfake-Medien und generell synthetisch generierte Inhalte, die Menschen gezielt in die Irre führen sollen: Twitter will in Zukunft verdächtige Tweets markieren und Nutzern Warnhinweise anzeigen, bevor sie diese teilen.

Bei der Markierung kann beispielsweise ein Link auf eine vertrauenswürdige Quelle hinterlegt werden, die die im Tweet sichtbare Manipulation beschreibt. Das soll dafür sorgen, dass sich Deepfakes und ähnlich manipulierte Medien im Optimalfall gar nicht erst im großen Stil verbreiten.

Twitter behält sich weiter vor, entsprechende Tweets zu löschen, wenn diese einzelne Menschen bedrohen und ernsthaften Schaden anrichten könnten. Zu einer möglichen automatisierten Erkennung von Deepfakes äußert sich Twitter nicht.

Deepfakes: Eine Herausforderung für Social Media

Mit Blick auf politische Themen und speziell den laufenden US-Wahlkampf stehen Social-Media-Anbieter wie Facebook und Twitter besonders in der Verantwortung, wirkungsvolle Maßnahmen gegen Deepfakes und Co. zu entwickeln.

Ein konkretes, recht charmantes Beispiel für politisch bedenkliche Deepfakes verbreiten die Aktivisten von Future Advocacy derzeit bei Twitter und anderen Social-Media-Plattformen: Die britischen Politiker Boris Johnson und Jeremy Corbyn sprechen sich in Video-Statements gegenseitig eine Wahlempfehlung aus. Erstellt wurde das Video laut der Agentur mit Deepfake-Technologie.

Facebook wurde im Juni gezwungen, Stellung zu Deepfakes zu beziehen: Damals verbreitete ebenfalls Future Advocacy ein Deepfake-Video von Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei Instagram, in dem sich dieser als Mitglied einer fiktiven zwielichtigen Organisation outete.

Facebook gab anschließend bekannt, dass Deepfakes so wie andere irreführende Inhalte behandelt werden sollen: Eine algorithmische Abwertung für eine geringere Verbreitung sei vorgesehen, aber keine Löschung. Auch das manipulierte Zuckerberg Video ist noch online ansehbar.

Titelbild: Future Advocacy, 

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