Deepbrain: 44 Millionen US-Dollar für KI-Avatare

Deepbrain: 44 Millionen US-Dollar für KI-Avatare

KI-Menschen sollen eines Tages das Internet und Metaverse bevölkern. Deepbrain ist eines der Start-ups, das die neueste Silicon-Valley-Vision in die Tat umsetzen will.

Deepbrain AI (ehemals Moneybrain) wurde 2016 in Seoul gegründet und offeriert Unternehmen echt anmutende KI-Menschen, die anstelle von Chatbots oder Angestellten aus Fleisch und Blut Kundendienst betreiben.

Das Start-up zeichnet in einem Studio menschliche Modelle auf und trainiert eine KI mit den Videoaufnahmen. Die Unternehmen können anschließend wählen, was der Avatar auf welche Fragen antwortet. Sprache, Lippenbewegungen, Mimik und Gestik werden von KI-Algorithmen generiert.

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Zu Deepbrains Kunden gehören die koreanischen Sender MBN und LG Hellovision, die Lernplattform Kyowon und die Großbank KB. Für diese Unternehmen generiert das Start-up interaktive künstliche Menschen, die als virtuelle Nachrichtenmoderatoren, Lehrer und Kundenberater auftreten.

Deepbrain will US-Markt angreifen

Nun konnte sich das Start-up im Rahmen einer Serie-B-Investition 44 Millionen US-Dollar sichern und kommt damit auf eine Investititionssumme von insgesamt 52 Millionen US-Dollar. Der Wert des Unternehmens wird auf 180 Millionen US-Dollar beziffert.

Angeführt wird die neue Investitionsrunde von der Korea Development Bank. Weitere Investoren sind IDG Capital China, CH & Partners, Donghun Investment, L&S Venture Capital und Posco Tech Investment.

Das frische Kapital soll in die Ausweitung des Kundenstamms fließen. Insbesondere in Richtung US-Markt will Deepbrain expandieren. „Unsere Investoren sehen die Chancen, die wir haben, um das Kundenerlebnis zu verbessern und die wachsende kontaktlose Branche anzuführen, die von der Pandemie verursacht wurde“, sagt CEO Eric Jang.

KI-Avatare: Der nächste große Silicon-Valley-Hype

Beim virtuellen Kundendienst dürfte es nicht bleiben. Im Silicon Valley werden KI-gesteuerte Avatare als nächster großer Tech-Trend gehandelt. Der Grund ist die fortschreitende Digitalisierung und Verschiebung des Alltags in Richtung digitaler Räume und Welten.

Die Hoffnung ist, dass Fortschritte bei Künstlicher Intelligenz (News) und Computergrafik eine neue Generation KI-Menschen schaffen könnte, die im künftigen Metaverse als virtuelle Firmenvertreter, Influencer, Videospielcharaktere oder Repräsentation unserer selbst in Erscheinung treten.

Start-ups wie Soul Machines, Hour One, Samsungs Star Labs und Rony Abovitz‘ Sun and Thunder arbeiten an dieser Vision, in die bis Mitte Juni 2020 320 Millionen US-Dollar Investitionskapital flossen.

Ob das Resultat dieser Bemühungen mehr sein wird als glorifizierte 3D-Chatbots, muss sich noch zeigen. Zwar gibt es in der Forschung große Fortschritte in Sachen Sprach-KI (man denke an GPT-3), eine generelle Künstliche Intelligenz, die menschliche Fragen und Emotionen „versteht“ und dynamisch auf menschliche Interaktionen reagieren kann, ist noch nicht in Sichtweite. Die Frage ist, ob entscheidende Fortschritte bei KI-Avataren auch ohne einen derartigen Durchbruch möglich sind.

Quelle: Venturebeat, Titelbild: Deepbrain

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