Deep TabNine: KI-Autovervollständigung hilft beim Coden – und Entwickler flippen aus

Deep TabNine: KI-Autovervollständigung hilft beim Coden – und Entwickler flippen aus

Eine KI-gestützte Autovervollständigung hilft beim Coden. Sie beruht auf OpenAIs fortschrittlicher Text-KI GPT2.

Text-KIs haben in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Sie helfen uns, E-Mails zu schreiben oder verfassen kurze Wirtschaftsnachrichten. Jetzt unterstützen sie auch beim Coden – dank der Autovervollständigungssoftware „Deep TabNine“.

Die Software kann mit verschiedenen Code-Editoren genutzt werden. Nach der Installation gibt sie kurze Vorschläge, wie der Code weitergehen könnte. Das erinnert an Googles Smart Compose, eine E-Mail-KI, die komplette Satzverläufe vorschlägt.

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Deep TabNine wird vom Computerwissenschaftler Jacob Jackson entwickelt. Eine erste Version veröffentlichte er bereits im November letzten Jahres unter dem Namen TabNine.

Jetzt hat er eine neue Beta-Version veröffentlicht, die OpenAIs Text-KI GPT-2 nutzt. Und die hat es offenbar in sich: Programmierer bezeichnen sie auf Twitter als „amazing“, „insane“ und „absoultely mind-blowing“.

Gefährliche Text-KI macht sich nützlich

Die vollständige Text-KI GPT-2 war laut OpenAI zu gefährlich, um sie auf die Welt loszulassen. Die Befürchtung: Glaubhafte Fake-News-Texte könnten das Internet überfluten. Stattdessen veröffentlichte OpenAI zwei abgeschwächte Versionen der Text-KI, die geringeres Gefahrenpotenzial haben sollen.

Schon die schwächere Version zeigt ihr Potenzial: Sie textet und dichtet passabel. Hier kann man sie ausprobieren. Eben diese Variante steckt auch in Deep TabNine.

Während andere Code-Autovervollständigungen aus dem bereits vom Nutzer geschriebenen Code lernen, trainierte Jackson seine Text-KI mit etwa zwei Millionen Quellcodes der Datenbank GitHub.

Dort findet die KI Muster und lernt, welcher Befehl wahrscheinlich als Nächstes in einer bestimmten Codezeile erscheint – egal ob Variable oder Funktion.

Funktioniert mit 22 Programmiersprachen

Das hat zwei Vorteile: Die Ergebnisse sind genauer und funktionieren auch dann, wenn der Nutzer noch keine einzige Zeile Code geschrieben hat. Und Deep TabNine unterstützt 22 verschiedene Programmiersprachen – viele alternative Autovervollständigungen sind auf eine Programmiersprache spezialisiert.

Für Jackson ist das ein erster Schritt auf dem Weg zum KI-gestützten Programmieren, „dem Ziel aller, die in diesem Bereich arbeiten“, so Jackson gegenüber The Verge. Seine Vision: Dem Computer sagen, welchen Code er schreiben soll, und er erledigt es eigenständig.

Wer Deep TabNine ausprobieren will, kann hier den Vorgänger kaufen und sich für die Beta anmelden.

Titelbild: TabNine.com, Quellen: TabNine.com, The Verge

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