Das Startup Artie will eine neue Unterhaltungsform schaffen: lebensechte KI-Wesen, die in der Augmented Reality existieren, auf den Nutzer reagieren und sich mit ihm unterhalten.

Möglich machen soll das die eigens entwickelte Wonderfriend-Engine. Mit ihr sollen Entwickler und Kreative relativ einfach glaubhafte digitale Charaktere für Smartphone-AR erschaffen können.

Die Software analysiert das Gesicht des Nutzers und kann daraus sieben verschiedene Grundbefindlichkeiten ablesen. Das soll es dem KI-Wesen einfacher machen, auf die Stimmung seines fleischlichen Gegenübers einzugehen.

In den nächsten Monaten soll die Technologie verfeinert werden, sodass sie bis zu dreißig emotionale Zwischenstufen ausmachen kann. Sie ist außerdem in der Lage, bis zu 80 Objekte zu erkennen.

Um das virale Potenzial der intelligenten AR-Wesen auszuschöpfen, sollen sie ganz einfach per Hyperlink in sozialen Netzwerken geteilt werden können.

Fortschritte in der KI erlauben neue Interaktionsformen

Das Startup zielt auf Influencer und Hollywood als Kunden. Die großen Filmstudios könnten Avatare von Schauspielern und Filmfiguren erstellen und ihre Marken so auf eine neue Art bewerben.

“Fortschritte im maschinellen Lernen und Sehen, der natürlichen Sprachverarbeitung und der Stimmungsanalytik ermöglichen uns, intelligente Avatare zu erschaffen, die sehr viel einnehmender wirken als traditionelle Medien”, sagt Startup-Gründer Armando Kirwin gegenüber Variety.

Die Software dient zugleich als Analyse- und KI-Trainingsplattform. Entwickler können einsehen, wie Nutzer mit den intelligenten AR-Wesen interagieren und die KI lernt vom Verhalten ihres menschlichen Gegenübers. “Unsere Avatare lernen von dir und werden unterhaltsamer, je mehr man mit ihnen interagiert.”

Ein industrieweiter Trend

Um die Technologie vorzuführen, schuf Artie zusammen mit Google die experimentelle VR-App Artie’s Adventure (siehe Testbericht). Darin betritt man eine Straßenszene und kann mit Charakteren interagieren, indem man mit ihnen spricht.

Das Startup trat im Dezember 2018 an die Öffentlichkeit. Deren Gründer Ryan Horrigan und Armando Kirwin arbeiteten zuvor in der VR-Industrie: Horrigan war für Inhalte der Felix & Paul Studios zuständig, während Kirwin Filme für die VR-Plattform Within produzierte.

Das Startup wird von einer Reihe von Investoren, darunter dem Venture Reality Fund, finanziell unterstützt. Die Investitionssumme ist nicht bekannt. Die Plattform soll im ersten Quartal 2018 an den Start gehen.

Neben Artie investieren viele andere Unternehmen an glaubhaften KI-Wesen, darunter Epic, Magic Leap und Fable.

Titelbild: Artie


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