„KI ist nicht unvermeidlich“: Ex-Google-Forscherin wehrt sich gegen KI-Kommerz

„KI ist nicht unvermeidlich“: Ex-Google-Forscherin wehrt sich gegen KI-Kommerz

Die von Google Ende 2020 gefeuerte Ethikforscherin Timnit Gebru gründet das KI-Institut DAIR, das Künstliche Intelligenz abseits kommerzieller Zwänge und Börsendruck erforschen soll.

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Im Dezember 2020 kam es zu Aufruhr in Googles KI-Forschungsteams, nachdem die beiden KI-Ethik-Wissenschaftlerinnen Margaret Mitchell und Timnit Gebru auf der einen Seite sowie Führungspersonal auf der anderen in Streit geraten waren. Es ging um eine Forschungsarbeit über Vorurteile und Diskriminierung durch große KI-Sprachmodelle sowie der interne wissenschaftliche Beurteilungsprozess für diese Arbeit und für andere.

Der Streit endete mit einer Trennung, weitere namhafte KI-Forscher:innen verließen in den Folgemonaten Google.

DAIR hat namhafte Investoren an Bord

Jetzt meldet sich Gebru zurück: Das von ihr gegründete KI-Institut DAIR (Distributed AI Research) wird unter anderem von Stiftungen von Ford, MacArthur und Rockefeller, dem Kapor Center und der Open Society Foundation mit bislang rund 3,7 Millionen US-Dollar finanziell unterstützt.

Eine Motivation für die Gründung von DAIR ist für Gebru die Befreiung von finanziellen Zwängen in der KI-Forschung. „Ich bin seit langem frustriert über die bestehenden Anreizstrukturen und darüber, dass keine davon für die Art von Arbeit, die ich machen möchte, geeignet zu sein scheint“, sagt Gebru der Washington Post.

Eine erste Forschungsstipendiatin der Gruppe, Raesetje Sefala aus Südafrika, will mit Computer-Vision-Algorithmen anhand von Satellitenbildern die Segregation von Minderheitengruppen in bestimmten Gebieten verfolgen.

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Gebru kritisiert KI-Entwicklung in Konzernen

Laut Gebru gibt es in Unternehmen nur zwei wesentliche Anreize für KI-Entwicklung: „Wie kann ein großes Unternehmen möglichst viel Geld verdienen und wie können wir mehr Menschen effizienter töten.“ Unter diesen beiden „grundlegenden Zielen“ sei die gesamte Finanzierung der KI-Forschung organisiert. Mit ihrem Institut will sie eine Alternative bieten.

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In der Vision des Instituts heißt es: „KI ist nicht unvermeidlich, ihre Schäden sind vermeidbar, und wenn ihre Produktion und ihr Einsatz verschiedene Perspektiven und bewusste Prozesse einschließen, kann sie von Nutzen sein.“

Um allerdings mit den Milliardeninvestitionen von Alphabet, Microsoft, Meta und Co. in Künstliche Intelligenz mithalten oder wenigstens ein kleines Gegengewicht setzen zu können, hat Gebru noch einen weiten Weg vor sich.

Weiterlesen und hören über Künstliche Intelligenz:

Quelle: Washington Post, Bloomberg