Das kanadische Unternehmen Bluedot soll mit einer KI-gestützten Prognose schon am 31. Dezember 2019 vor der Ausbreitung des Coronavirus gewarnt haben.

Kleinteilige Mustererkennung in Kombination mit einem hohen Grad an Automatisierung macht Künstliche Intelligenz zu einem mächtigen Überwachungsinstrument. Das kanadische Unternehmen Bluedot nutzt diese Fähigkeit, um die Verbreitung von Krankheiten zu beobachten.

Es betreibt eine KI-gestützte Prognoseplattform, die laut Angaben des Unternehmens natürliche Sprachverarbeitung und maschinelles Lernen kombiniert, um in 65 Sprachen News, Blogs und Forenbeiträge, Daten von Fluglinien sowie Berichte über Tierkrankheiten auf Anzeichen einer Epidemie zu untersuchen.

“Wir nutzen natürliche Sprachverarbeitung und maschinelles Lernen, um einer Maschine beizubringen, zu unterscheiden, ob es sich um einen Ausbruch von Anthrax in der Mongolei oder um eine Wiedervereinigung der Heavy-Metal-Band Anthrax handelt”, sagt Kahn zu Wired.

KI-Prognose schon zum Jahreswechsel

Die automatisierten Berichte werden von bei Bluedot angestellten Epidemiologen geprüft. Bestätigen sie das Epidemierisiko, verschickt Bluedot Warnungen an Kunden im privaten und öffentlichen Sektor wie Behörden, Krankenhäuser oder Fluglinien.

Im Falle des Coronoavirus verschickte Bluedot diese Warnung schon am 31. Dezember 2019 – sechs Tage vor der ersten Warnung der “Centers for Disease Control and Prevention” in den USA am 6. Januar 2020. Chinesische Behörden bestätigten den Ausbruch am 7. Januar, eine öffentliche Notiz der World Health Organization folgte am 9. Januar.

Gerade der Zugang zu den Ticketdaten der Fluggesellschaften ist laut Bluedot-Gründer und CEO Kamran Khan wichtig: Bluedots Algorithmus soll so korrekt vorgesehen haben, dass sich der Coronavirus von Wuhan nach Bangkok, Seoul, Taipei und Tokio verbreitet.

Big-Data-Analyse soll Epidemien vorbeugen

Khan arbeitete beim Ausbruch der SARS-Pandemie 2003 als Spezialist für Krankenhausinfektionskrankheiten in Toronto. Bluedot gründete er 2014 mit Unterstützung von Investoren, die knapp zehn Millionen US-Dollar beisteuerten. Rund 40 Ärzte und Programmierer sind derzeit bei Bluedot angestellt.

Khan sieht KI-Analyse in Big Data generell als Chance, um Epidemien vorzubeugen: “Auf der einen Seite verändert sich die Welt rasch, Krankheiten tauchen auf und verbreiten sich schneller. Andererseits haben wir Zugang zu immer mehr Daten, die wir nutzen können […], um Erkenntnisse zu gewinnen und sie schneller zu verbreiten, als sich die Krankheiten selbst ausbreiten.”

Quellen: Wired, Pressemitteilung, Yahoo News Kanada
Titelbild: MERS Coronavirus Particles. NIAID bei Flickr. Lizenziert nach CC BY 2.0.

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