Coinbase spekuliert auf die Entwicklung von AR-Technik, die NFT-Kunst und -Sammlerstücke in die Realität bringt.

Weshalb investieren Menschen in Kunst und Sammlerobjekte? Einerseits gibt es das Spekulationsmotiv: günstig einkaufen, teuer verkaufen – oder andersherum, wenn man Pech hat. Andererseits möchte man sich an den Objekten erfreuen, im stillen Kämmerlein oder in der Galerie mit vielen Menschen.

Nun gibt es wunderschöne digitale Kunstwerke, die man neuerdings als eindeutiges und nicht ersetzbares kryptografisches Token (NFT) für viel oder wenig Geld ersteigern kann. Wer jedoch mehr sieht in den NFT-Kunstwerken als reine Finanzspekulation, der möchte die Werke womöglich eindrucksvoller präsentieren als nur am Monitor.

Augmented Reality holt digitale Objekte in die Realität

Die Werke auf dem Desktop- oder Smartphone-Bildschirm herumzeigen, ist zwar eine Option, die aber Peggy Guggenheim und Co. wahrscheinlich nicht vom Hocker hauen würden. Wie also die Brücke zur echten Welt schlagen, damit digitale Kunst in der Realität einen ähnlichen Stellenwert erlangen kann wie physische Werke?

Auf der audiovisuellen Ebene kann Augmented Reality diese Aufgabe lösen: Mit der 3D-Präsentations- und Verortungstechnik kann man sich beispielsweise ein digitales Gemälde dauerhaft an die reale Wand hängen oder eine aufwendige 3D-Skulptur im Foyer platzieren.

Das klappt heute schon, wenig elegant und sozial, via Smartphone-Kamera. In Zukunft könnte es AR-Brillen oder sogar AR-Kontaktlinsen geben, die digitale Objekte und die echte Welt glaubhaft und dauerhaft audiovisuell durchmischen. Diese Entwicklung könnte NFT-Kunst einen deutlichen Schub verleihen.

Coinbase investiert in AR-NFT-Start-up Anima

Auf diese Entwicklung spekuliert das Start-up Anima, das jetzt von Investoren, darunter Coinbase Ventures, in einer ersten frühen Finanzierungsrunde rund 500.000 US-Dollar bekommen hat. “Kunst und Objekte für das Kamera-Metaverse” hat sich Anima als Mission auf die Webseite geschrieben.

Anima will digitalen Kunstliebhabern oder Künstlern helfen, ihre digitale Kunst online und mit AR-Technik in der Realität besser zu präsentieren. “Es passiert eine Kontextverschiebung, wenn man AR als ein Mittel sieht, um eine taktile Beziehung zu etwas zu haben, das man gesammelt hat oder das man als Lifestyle-Accessoire ansieht, im Gegensatz zu dem, was jetzt üblich ist, wo es eher ein experimentelles Gimmick ist”, beschreibt Anima-Mitgründer Neil Voss seine Perspektive auf AR-Technik gegenüber Techcrunch.

Ein erstes NFT-Objekt, bei dem der Besitzer mittels QR-Scan auf dem Gemälde das Motiv, einen Astronauten, per 3D-AR in die eigene Umgebung holen kann, wurde für mehr als 100.000 US-Dollar versteigert.

“Ich denke, dass NFTs sich von einem eher spekulativen Markt wegbewegen, in dem es nur um die Rendite geht, und das ist gut für uns, weil wir Dinge machen wollen, die greifbarer sind”, sagt Anima-Mitgründer Alex Herrity.

Anima will noch im Juni einen Marktplatz starten für digitale Kunstwerke mit AR-Funktion und laufende Kooperationen mit Künstlern und Künstlerinnen vorstellen.

Quelle: Techcrunch; Titelbild: Anima

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