Bei Twitter geht ein Video viral, in dem Boston Dynamics Roboterhund Spot scheinbar alleine Gassi geht. Wie kam es dazu?

Seit Juni verkauft Boston Dynamics seinen Roboterhund Spot in den USA und mittlerweile auch in Europa. Bestellen dürfen vorerst nur Firmen, der Preis pro mechanischem Vierbeiner liegt bei 75.000 US-Dollar. In Deutschland setzt das Darmstädter Pharmaunternehmen Merck den Roboter für die Inspektion einer industriellen Anlage ein.

Rund 260 Roboter hat Boston Dynamics seit dem offiziellen Verkaufsstart verschickt. Einer davon ging in eine kanadische Kleinstadt in Northern Ontario, wo sein Herrchen oder Frauchen jetzt mit ihm spazieren war – und so für eine Begegnung mit Zündstoff sorgte. Die Twitter-Nutzerin “bloodtear” entdeckte Spot am Wegesrand, hielt die Smartphone-Kamera drauf und veröffentlichte das Video anschließend.

Die Erkenntnis: 18 Sekunden verwaschenes Videomaterial reichen für mehr als 14 Millionen Ansichten innerhalb weniger Tage, wenn diese 18 Sekunden eine Begegnung zwischen Mensch und Roboter in freier Wildbahn zeigen. Denn nur das ist neu an der Aufnahme, interessantere Videos von Spot gibt es ansonsten haufenweise im Netz.

In den Twitter-Kommentaren zum Video ist Roboterfurcht besonders verbreitet, insbesondere im Kontext automatisierter Überwachung. Auch ein möglicher militärischer Einsatz des Hunderoboters wird thematisiert. Einige Nutzer verweisen auf die Folge “Metalhead” der Sci-Fi-Dystopie Black Mirror, in der Killer-Roboterhunde automatisiert auf Menschenjagd gehen.

Boston Dynamics bezieht Stellung

Während es im Video so wirkt, als habe sich Spot verselbstständigt, war in Wirklichkeit der Besitzer mit Fernbedienung in der Nähe. Spot kann sich zwar auch autonom fortbewegen, aber nur in bekannten, schon ausgemessenen Umgebungen entlang vorgegebener Pfade.

Die enorme Reichweite des Videos zwang die Herstellerfirma Boston Dynamics dennoch zu einem offiziellen Statement: Ein Firmenkunde habe Spot für “routinemäßige Bewegungstests” auf einen Abendspaziergang mitgenommen. Er habe den Roboterhund wie vorgeschrieben von Menschen ferngehalten und keine Nutzungsrichtlinien verletzt.

Auch das Anwendungsszenario von Spot will Boston Dynamics nicht unkommentiert den negativen Assoziationen überlassen: “Wir freuen uns über den friedlichen, produktiven und gut beaufsichtigten Einsatz unserer Roboter für kommerzielle Anwendungen wie Energieerzeugung, Bauwesen und Prozessfertigung.”

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