Es war nur eine Frage der Zeit, bis Robohund Spot auch im militärischen Kontext erscheint.

Am 6. April veröffentlichte die französische Militärakademie École Spéciale Militaire de Saint-Cyr Bilder einer militärischen Übung auf Twitter. Auf einem der Fotos ist Robohund Spot zu erkennen.

Einem Bericht der französischen Tageszeitung Ouest-France zufolge handelte es sich um eine Übung angehender Soldaten, die den Nutzen von Robotern auf  den “Schlachtfeldern der Zukunft” erproben sollte. Neben Spot wurden eine Reihe weiterer Roboter getestet. Spot soll zur Aufklärung eingesetzt worden sein. Der Robohund ist mit Kameras ausgestattet und kann bei Bedarf ferngesteuert werden.

Während der zweitägigen Übung erprobten die Soldaten eine Reihe von Kampfszenarien, darunter Häuserkampf. Jedes Szenario wurde einmal ohne, einmal mit Unterstützung der Roboter durchgeführt und anschließend verglichen und ausgewertet.

Dem Bericht zufolge haben die Roboter die Einsätze verlangsamt, aber für mehr Sicherheit gesorgt. “Als wir keine Roboter nutzten, starb ich während des Häuserkampfs. Das passierte nicht, als der Roboter das Gebiet zuvor erkundete”, sagt ein involvierter Soldat.

Boston Dynamics untersagt bewaffnete Einsätze

Von dem militärischen Einsatzzweck erfuhr Hersteller Boston Dynamics erst durch Medienberichte. Der Leiter der Geschäftsentwicklung Michael Perry sagt gegenüber The Verge, dass man nicht informiert worden sei. Der Roboter sei dem französischen Militär von einem europäischen Vertriebspartner und nicht von Boston Dynamics direkt zur Verfügung gestellt worden. “Der genaue Umfang dieses Einsatzes ist uns nicht bekannt”, sagt Perry.

Boston Dynamics verbietet in seinen Geschäftsbedingungen Spot-Einsätze, die dazu dienen “Menschen oder Tiere zu verletzen oder einzuschüchtern” und Spot als Waffe zu nutzen. Doch wie steht es um Einsatzzwecke wie militärische Aufklärung? Fallen diese ebenfalls unter dieses Verbot?

Eine unzureichende Definition

Perry sagt, dass der Einsatz als Waffe klar untersagt sei, aber dass das Unternehmen noch immer evaluiere, ob man waffenlose Einsatzzwecke des Robohundes erlauben wolle. “Wenn das Militär Robotik nutzt, um Menschen zu schützen, dann ist das eine absolut zulässiger Einsatzzweck der Technologie“, sagt Perry. “In diesem speziellen Fall müssen wir zuerst wissen, ob sie eingesetzt wird, um Menschen Schaden zuzufügen, bevor wir eine Entscheidung treffen.”

Das 1992 gegründete Boston Dynamics entwickelte lange Zeit Roboter für die US-Armee, distanzierte sich jedoch mit der beginnenden Vermarktung von seinen Verbindungen zum Militär. Sollte das Unternehmen wieder Aufträge des Militärs annehmen, dann dürfte das die in den Geschäftsbedingungen getroffene Definition ad absurdum führen. Selbst wenn die Roboter nur zur Aufklärung eingesetzt würden, dienten sie am Ende doch bewaffneten Einsätzen.

Quellen: The Verge, Titelbild: École Spéciale Militaire de Saint-Cyr

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