GPT-3: Microsoft bringt individuelles KI-Training für Unternehmen

GPT-3: Microsoft bringt individuelles KI-Training für Unternehmen

Microsoft kommerzialisiert GPT-3: Die Text-KI wird zunächst ausgewählten Unternehmen angeboten, die die Sprach-KI auf ihre Bedürfnisse justieren können.

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OpenAIs Sprach-KI GPT-3 zählt zu den mächtigsten ihrer Art. Sie kann auf Basis einer knappen Eingabe zumindest rein grammatikalisch mit hoher Sicherheit sinnvolle, gut lesbare Texte zusammenstellen. Das riesige Sprachmodell startete einen Trend hin zu immer größeren, umfangreicher trainierten KI-Modellen, GPT-4 ist bereits in Entwicklung.

Seit der ersten Vorstellung von GPT-3 im Mai 2020 hat sich ein kleines App-Ökosystem rund um die Sprach-KI gebildet. Entwicklungsfirmen haben bislang allerdings nicht direkt Zugriff auf GPT-3, sondern setzen die Sprach-KI über eine Programmierschnittstelle ein.

Microsoft: Erstes kommerzielles Produkt aus der OpenAI-Zusammenarbeit

Im September 2020 kaufte sich Microsoft bei OpenAI eine Exklusivlizenz an GPT-3. Über diese hat Microsoft direkten Zugang zum GPT-3-Code und kann die KI nach eigenen Bedürfnissen anpassen und weitertrainieren.

Schon beim Kauf der Lizenz stellte Microsoft in Aussicht, dass GPT-3 Teil der Azure-KI-Plattform wird. Im Rahmen der Ignite-Konferenz stellt das Unternehmen jetzt das erste GPT-3-basierte Produkt vor: Eingeladenen Unternehmen gewährt Microsoft über „Azure OpenAI“ Zugriff auf eine individualisierbare Version von GPT-3.

Microsoft verspricht im Vergleich zur OpenAI-API zusätzliche Azure-Funktionen für „Sicherheit, Zuverlässigkeit, Compliance, Datenschutz und andere Unternehmensanforderungen“.

Als Anwendungsbeispiele nennt Microsoft automatische Beschwerdezusammenfassungen von Kundendienstprotokollen, Unterstützung für Entwickler beim coden oder die Ideenfindung für Blogbeiträge.

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Individuelle KI-Sprache mit Filtern und Few-Shot-Learning: GPT-3 wird zur Plattform

Microsoft bietet ausgewählten Kunden eine Anpassung der von GPT-3 verwendeten Sprache auf die jeweiligen Bedürfnisse des Unternehmens an, da „KI-generierte Sprache, die vielleicht für Videospiele angemessen ist, sich von einer Kommunikation mit der Geschäftsleitung unterscheiden kann“.

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Dafür sollen Unternehmen Zugriff haben auf Werkzeuge zum Filtern und Moderieren von Inhalten, „damit die KI-Modelle in jeder Anwendung korrekt und nach ethischen Standards arbeiten“. Bekannt ist, dass OpenAI bei GPT-3 Filterfunktionen anbietet, mit denen etwa bestimmte Wörter aus den Texten genommen oder durch andere ersetzt werden können.

OpenAI stellte im Sommer außerdem ein Forschungsprojekt vor, bei dem GPT-3 mit „Wertedaten“ von vergleichsweise geringem Umfang so nachtrainiert wurde, dass etwa Vorurteile gegenüber Minderheiten in den KI-generierten Texten reduziert werden konnten.

Eben dieses Konzept des Nachtrainings will Microsoft für Azure-GPT-3 anbieten. Dafür setzt Microsoft auf sogenanntes Few-Shot-Learning, also das Nachtraining mit wenigen, aber sehr spezifischen Daten. OpenAI stellte ein ähnliches Nachtraining im Sommer in einer Beta-Version vor.

„Es ist wirklich ein neues Paradigma, bei dem dieses sehr große Modell nun selbst die Plattform ist. Unternehmen können es also einfach verwenden und ihm ein paar Beispiele geben und erhalten die Ergebnisse, die sie brauchen, ohne ein ganzes Data-Science-Team und Tausende von GPUs und alle Ressourcen zum Trainieren des Modells zu benötigen“, sagt Eric Boyd, Vice President Azure AI bei Microsoft.

Über Vorurteile in großen KI-Sprachmodellen und wie man mit ihnen umgehen könnte (oder auch nicht), diskutieren wir ausführlich im MIXEDCAST #246.

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Quelle: Microsoft