Kann eine Künstliche Intelligenz Hunde besser lesen und lehren als Menschen?

Die kleine Box erinnert auf den ersten Blick an eine Raumheizung, vor der es sich ein Hund kuschelig bequem machen kann für ein ausgedehntes Nickerchen. Das Gegenteil ist allerdings der Fall: Wenn “Companion Pro”, so heißt die Box, anspringt, dann ist für den Hund erst mal Arbeit angesagt.

Entwickelt wird die KI-gestützte Leckerli-Maschine vom 2017 gegründeten US-Startup Companion Labs. Es ist davon überzeugt, dass maschinelles Hundetraining die menschliche Führung effizient unterstützen kann. Gerade dann, wenn der Mensch nicht verfügbar ist.

Die Maschine gibt dem Hund einfache Anweisungen wie “Sitz” oder “Platz”, beobachtet seine Reaktion auf die Anweisung mittels integrierter KI-gestützer Kamera und gibt dann einen Hundekuchen aus – oder auch nicht.

Neben den Leckerlis interagiert die Maschine über eine Stimme und Lichtsignale mit den Hunden. Über eine Smartphone-App wird der Trainingsfortschritt gespeichert. Rund zwei Jahre war die Technologie in Entwicklung.

Tierische KI-Innovation mit Googles Tensorflow

Technisch möglich wird der autonome Hundetrainer – ähnlich wie manch selbstfahrendes Auto – durch KI-gestützte Bildanalyse. Für das Training und die Bereitstellung der neuronalen Netze, die in Companion Pro ihre Arbeit verrichten, wählten die Entwickler Googles Tensorflow-Infrastruktur.

Der rechenintensive KI-Trainingsprozess für die Bildanalyse lief im Vorfeld auf schnellen Spezialprozessoren von Google ab. Das für mobile Geräte optimierte TensorflowLite ist dann rein auf die Ausführung des neuronalen Netzes in der Box ausgelegt. Die Verarbeitung der kleinen Box soll “100 Prozent hundesicher sein”.

Die Tensorflow-Bildanalyse erkennt zum Beispiel genau die Kopf- oder Schwanzhaltung des Hundes und zieht daraus Rückschlüsse auf dessen Verhalten und den Stresslevel. Abhängig vom Analyseergebnis startet die Box dann ein Trainingsprogramm.

Moderne KI-Bildanalyse macht's möglich: Maschinen lernen, Hundeverhalten zu interpretieren. Bild: Companion

Moderne KI-Bildanalyse macht’s möglich: Maschinen lernen, Hundeverhalten zu interpretieren. Bild: Companion

Das autonome Training ist in erster Linie für Hunde gedacht, die viel Zeit alleine in der Wohnung verbringen müssen und damit nicht gut umgehen können. Die Maschine hält den Hund bei Laune, wenn Herrchen und Frauchen nicht verfügbar sind. Ein Bonuseffekt laut Hersteller: Der Hund kann im Anschluss an das KI-Training auch besser auf eindeutige Befehle eines Menschen hören.

Der Hersteller will demnächst die Ergebnisse einer ersten Studie veröffentlichen und ist äußerst zuversichtlich, dass die KI-Hundeschule die erhoffte Wirkung zeigt: “Bei der Arbeit mit Hunderten von Hunden in Tierheimen und Tagesstätten konnten wir bisher über 95 Prozent der Hunde aller Rassen und Altersklassen an unser Companion-Pro-Gerät gewöhnen”, heißt es in einem Beitrag zur Vorstellung des Geräts.

Die ersten Companion-Pro-Geräte sollen Ende 2020 in den Verkauf gehen. Weitere Informationen gibt es auf der offiziellen Webseite von Companion Lab.

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