Autonomes Fahren: Hyundai testet Robo-Shuttles in Südkorea

Autonomes Fahren: Hyundai testet Robo-Shuttles in Südkorea

Hyundai startet ein Pilotprojekt für autonom fahrende Shuttle-Busse. Was hebt den neuen Robo-Taxi-Dienst von anderen ab?

Der südkoreanische Autokonzern Hyundai Motor Company will einen Taxi-Service mit autonom fahrenden Shuttle-Busse eröffnen. Erste Testläufe beginnen am 9. August im Rahmen eines Smart-City-Projekts in Sejong. Dort werden die selbstfahrenden Vehikel auf einer über sechs Kilometer langen Route eingesetzt.

Hyundai: Technologie vergleichbar mit Level 4

Für die Pilotfahrten setzt der Autobauer seinen Mini-Van H350 ein. Der wird laut Hyundai mit einem autonomen Fahrsystem ausgestattet, das „eine Reihe von mit Level 4 vergleichbaren Kerntechnologien“ einsetzt. Entwickelt wurde das System in Hyundais hauseigenem Autonomous Driving Center.

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Hyundais autonom fahrender Shuttle-Bus H350.

Hyundais autonom fahrender Shuttle-Bus-Service H350 startet im Juli in Südkorea. | Bild: Hyundai

Stufe 4 auf der SAE-Norm J3016 ist die derzeit höchstmögliche Technologie des autonomen Fahrens. Stufe 5 gilt noch nicht als erreicht. Ein Fahrzeug der Stufe 4 fährt selbstständig und erfordert kein menschliches Eingreifen. Pedale oder Lenkräder sind nicht mehr nötig. Allerdings können Level-4-Vehikel nur unter bestimmten Bedingungen oder in vorab definierten Umgebungen fahren. Level 5 hingegen unterläge keinerlei Limitierungen und wäre immer und überall einsatzfähig.

Robo-Taxis von Waymo, Cruise oder eben Hyundai nutzen HD-Karten, um das System zu entlasten. Das Einsatzgebiet der Fahrzeuge wird vorab mit Kameras, inertialen Messeinheiten, Lidar- und Radar-Sensoren zentimetergenau erfasst. Aus diesen Daten werden hochdetaillierten Karten erstellt, die dem KI-System des Fahrzeugs genaue Daten über permanente Umgebungsdetails wie Bordsteine, Gebäude, Ausfahrten oder Ampeln liefern. Da dieses Verfahren sehr aufwendig ist und stetiger Aktualisierung bedarf, sind die Gebiete, in denen aktuelle Robo-Taxi-Dienste operieren, begrenzt.

Koppelung mit KI-Routen-Planer soll Fahrten effizienter machen

Für das Pilotprogramm erhielt Hyundai vom südkoreanischen Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport aus Sicherheitsgründen eine vorläufige Betriebserlaubnis für autonomes Fahren der Stufe 3. Es muss also stets ein menschlicher Fahrer mit an Bord sein, der im Notfall das Steuer übernimmt. Laut Hyundai sollen die Robo-Shuttles nur minimale Eingriffe des Sicherheitsfahrers erfordern.

Hyundais autonom fahrender Shuttle-Bus H350.

Obwohl laut Hyundai Level 4 möglich wäre, sitzt während des Pilotprogramms immer ein Sicherheitsfahrer am Steuer. | Bild: Hyundai

Die 6,1 Kilometer lange Strecke, auf der Hyundais Taxi-Dienst operieren soll, reicht vom Sejong Government Complex bis zum Sejong National Arboretum. Dazwischen gibt es zwanzig feste Stopps, an denen Fahrgäste zu- oder aussteigen dürfen. Das Programm realisiert Hyundai in Kooperation mit Shucle. Der Mobilitätsdienst wird vom KI-Forschungslabor AIRS Company betrieben, das wiederum von der Hyundai Motor Group gegründet wurde.

Shucle ist ein KI-basierter Ride-Pooling-Service, der mithilfe spezieller Algorithmen Routen berechnet. So werden die Fahrstrecken für Nutzer mit unterschiedlichen Zielen optimiert. Diese Technologie wird für Hyundais Shuttle-Projekt mit dessen autonomem Fahrsystem verbunden.

Nach dem Start im August möchte Hyundai seinen Taxi-Service schrittweise auf andere südkoreanische Regionen ausweiten. In der zweiten Jahreshälfte soll auch das Forschungs- und Entwicklungszentrum von Hyundai Motor und Kia Namyang mit den autonom fahrenden Shuttle-Bussen ausgestattet werden.

Titelbild & Quelle: Hyundai

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