Autonomes Fahren: Die X-Men fahren mit Lidar und 4D-Radar

Autonomes Fahren: Die X-Men fahren mit Lidar und 4D-Radar

Das chinesische Start-up AutoX präsentiert sein neues System für autonomes Fahren. Was leistet Gen5 und welche Technik wird verbaut?

Auf einem Presseevent im Crowne Plaza Shanghai Anting präsentierte das chinesische Start-up AutoX am Dienstagabend erstmals die Technologie seines neuen Systems für autonomes Fahren. CEO und Firmengründer Dr. Jianxiong Xiao, der sich in Anlehnung an die Comic-Superhelden-Truppe X-Men auch gerne „Professor X“ nennt, stellte sein System persönlich vor und gab Einsicht in die verbaute Technik.

Das umfangreiche Sensor-Kit soll im Zusammenspiel mit Kameras, Lidars und einer leistungsstarken Recheneinheit für sichere Robo-Taxi-Fahrten durch Chinas teils chaotischen urbanen Verkehr sorgen.

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Das steckt im neuen AutoX Gen5-System

Im neuen Gen5-System verbaut AutoX insgesamt 50 Sensoren und 28 Kameras, die zusammen 220 Millionen Pixel pro Sekunde erfassen. Dazu kommen sechs hochauflösende Lidars mit 15 Millionen Punkten pro Sekunde und ein 4D-Radar mit 0,9-Grad-Auflösung, das 360 Grad um das Fahrzeug herum umfasst.

Auch AutoX-Konkurrent Huawei plant mit einem 4D-Radar in seinem System für autonomes Fahren. 4D-Radare sollen die vier Dimensionen des Ziels erkennen. Dazu zählen Geschwindigkeit, Entfernung sowie horizontaler und vertikaler Winkel.

CEO Dr. Jianxiong Xiao präsentiert das neue AutoX-Gen5-System für autonomes Fahren.

CEO Dr. Jianxiong Xiao präsentiert das neue AutoX-Gen5-System für autonomes Fahren. | Bild: AutoX

AutoX setzt beim Gen5 zudem Kamera- und Lidar-Fusionswahrnehmungsmodule ein. So erkennt das System die gesamte Karosserie des Robo-Taxis. Einen toten Winkel gibt es nicht. Verarbeitet werden die erfassten Daten in einer Fahrzeugkontrolleinheit mit 2.200 TOPS Rechenleistung.

Laut AutoX erreicht Gen5 Level 4 auf der kürzlich durch SAE und ISO angepassten Norm für autonomes Fahren und ermöglicht Robo-Taxis sicheres Fahren durch Chinas komplexen innerstädtischen Verkehr. Es erkenne sogar von anderen Fahrzeugen verdeckte Motorroller auf mehrere hundert Meter Entfernung. Die verbesserte Wahrnehmung des Systems ermögliche es der fahrerlosen Robo-Taxi-Flotte auch bei höheren Geschwindigkeiten sicher zu fahren.

AutoX: Produktionsprozesse unterliegen höchsten Standards

Der Gen5-Produktionsprozess wird laut AutoX strengem Lieferantenmanagement und Qualitätskontrollen auf Modul- und Fahrzeugebene unterzogen. Bevor sie auf die speziellen Montagelinien gelangen, unterlaufen sämtliche Komponenten ausführliche Tests auf Automobilqualität, heißt es in der zum Event ausgegebenen Pressemitteilung.

Auch nach der Ausstattung mit dem Gen5-System werden die Fahrzeuge kontrolliert. Dabei kommt es unter anderem zu umfangreichen Straßen- und Vibrationstests sowie einer Prüfung sämtlicher Teile auf Wasserdichtigkeit. Damit will AutoX globale Standards für funktionale Sicherheit seiner gesamten elektronischen Architektur erfüllen.

Sechs Monate sicheres Fahren ohne Fahrer

Im Januar startete AutoX Chinas ersten allgemein zugänglichen Robo-Taxi-Service ohne Sicherheitsfahrer im Cockpit. Das Start-up gibt an, nach insgesamt sechs Monaten Betrieb eine perfekte Sicherheitsbilanz vorweisen zu können.

„Sicherheit hat für uns oberste Priorität und muss auf einem zuverlässigen Fundament aufgebaut werden. Gen5 wurde für vollständig fahrerlose Robo-Taxis in urbanen Städten entwickelt und ist auf die Sicherheit unserer Nutzer und aller Verkehrsteilnehmer ausgelegt“, so Dr. Xiao.

AutoX ist eine der über hundert Firmen für autonomes Fahren und Fahrassistenzsysteme, die auch in den USA operieren. Erst kürzlich erließ die dortige Verkehrsbehörde eine neue Regelung, durch die Hersteller von autonomen Fahrsystemen Unfälle melden müssen. Die National Highway Traffic Safety Administration will die gesammelten Unfallberichte regelmäßig veröffentlichen und so für mehr Transparenz und vor allem Sicherheit im öffentlichen Straßenverkehr sorgen.

Titelbild & Quelle: AutoX (Pressemitteilung)

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