Apple Car soll auf Hyundais Antriebsplattform basieren

Apple Car soll auf Hyundais Antriebsplattform basieren
Update: 08.02.2021

Update vom 8. Februar 2021:

Hyundai bestreitet erneut Verhandlungen mit Apple. Das gab der Autokonzern in einem Investoren-Gespräch in der Nacht zum 8. Februar bekannt. Das Nachrichtenmagazin Reuters zitiert einen Hyundai-Sprecher wie folgt: „Wir führen keine Gespräche mit Apple über die Entwicklung von autonomen Fahrzeugen.“

Hyundai würde zwar Kooperationsanfragen zur gemeinsamen Entwicklung von autonomen Elektrofahrzeugen von verschiedenen Unternehmen erhalten, sämtliche Gespräche befänden sich aber in einem frühen Stadium.

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Zuletzt wurden Gerüchte laut, dass sich Führungskräfte bei Hyundai intern gegen einen Deal mit Apple wehren würden. Der traditionsreiche Autobauer sehe sich nicht als Auftragsfertiger und wolle einen Vergleich mit Unternehmen wie Foxconn vermeiden. Foxconn gilt als der weltgrößte Auftragsfertiger und baut Geräte für die meisten großen Tech-Konzerne – allen voran Apple.

Ursprünglicher Artikel vom 6. Februar 2021:

Apple-Analyst Kuo heizt Spekulationen um das autonome Apple Car an. Neben Hyundai sollen General Motors und PSA involviert sein.

Apples Ambitionen, in die Automobilbranche einzusteigen, gelten als offenes Geheimnis. Seit 2015 soll der iPhone-Hersteller an einem eigenen autonom fahrenden E-Auto mit dem Arbeitstitel „Project Titan“ arbeiten. Zuletzt wurden immer mehr Gerüchte laut, dass Apple das Projekt gemeinsam mit dem Automobilkonzern Hyundai realisieren will.

Nun heizt Apple-Analyst Ming-Chi Kuo die Spekulationen über eine Kooperation weiter an. Ihm zufolge soll das Apple Car auf Hyundais Antriebsplattform E-GMP basieren. Auch den Produktionsstandort und den Termin für die Markteinführung kennt Kuo bereits.

Apple und Hyundai: Was bisher geschah

Anfang des Jahres äußerte sich ein Hyundai-Vertreter gegenüber CNBC zu einer möglichen Kooperation mit Apple. Der Tech-Konzern sei auf der Suche nach einem Produktionspartner in Gesprächen mit mehreren Autobauern – auch mit Hyundai.

Kurz darauf berichtete das koreanische Blatt Korea IT News über fortgeschrittene Verhandlungen zwischen den beiden Unternehmen. Im März solle die Partnerschaft offiziell verkündet und 2024 erste Autos gebaut werden. Produziert würde das Apple Car in einem Kia-Werk im US-Bundesstaat Georgia mit einer jährlichen Stückzahl von 400.000 Fahrzeugen.

Hyundai zog seine Aussagen daraufhin zurück. Das Unternehmen hätte „Anfragen für eine mögliche Zusammenarbeit von verschiedenen Unternehmen bezüglich der Entwicklung von autonomen Elektrofahrzeugen“ erhalten. Von Apple ist seitdem keine Rede mehr. Auch Korea IT News entfernte entsprechende Details aus dem Bericht.

Hyundai: Gefährdet das Apple Car den Ruf des Autokonzerns?

Einem Bericht des Nachrichten-Magazins Reuters zufolge sollen die Verhandlungen zwischen Apple und Hyundai stocken. Die Koreaner äußerten angeblich Bedenken, da ein Deal mit Apple Hyundai den Status eines Auftragsfertigers einbringen könnte.

Ein Hyundai-Manager wird im Reuters-Bericht folgendermaßen zitiert: „Wir sind kein Unternehmen, das Autos für andere herstellt. Es ist nicht so, dass die Zusammenarbeit mit Apple immer großartige Ergebnisse bringen würde.“ Derzeit wäge man noch ab, ob eine Kooperation gut für den Autokonzern sei.

Hyundai ist hinter Samsung der zweitgrößte Mischkonzern Südkoreas und gilt als eher verschlossen. Während die meisten Autokonzerne die Fertigung einzelner Teile auf Zulieferer auslagern, fertigt Hyundai sogar Stahl und Aluminium innerhalb seiner eigenen vertikal integrierten Lieferkette.

Dem Konzern nahestehende Quellen berichten, dass Führungskräfte ausgetauscht werden müssten, um einen Deal mit Apple zu realisieren. Ansonsten würden zwei zu ähnliche Konzern-Kulturen aufeinanderprallen. Beide Unternehmen hätten einen tief verwurzelten Anspruch, stets die Führung zu übernehmen.

Analyst Kuo: Apple Car nutzt Hyundais Antriebsplattform

Dennoch scheinen die Verhandlungen langsam konkrete Formen anzunehmen – zumindest, wenn man Apple-Analyst Ming-Chi Kuo glaubt. Kuo gilt als gut informierter Apple-Insider. Zuletzt heizte der Analyst Gerüchte um Apples AR-Brille an.

Jetzt äußert sich Kuo zu Apples autonom fahrenden Auto. Ihm zufolge arbeitete Apple bereits eng mit Hyundai zusammen, um das erste Apple Car gemeinsam zu entwickeln. Weitere Fahrzeuge könnten in einer Kooperation mit General Motors und der Groupe PSA entstehen.

Zudem solle das erste Apple Car auf Hyundais E-GMP-Plattform für elektrisch betriebene Fahrzeuge basieren und frühestens 2025 veröffentlicht werden. Hyundai Mobis übernehme die Führung bei Entwicklung und Produktion der Komponenten, die Hyundai-Tochter Kia die Fertigung in den USA.

Ersetzt Hyundai E-GMP die Apple-Batterie mit iPhone-Effekt?

Hyundai stellte E-GMP im Dezember 2020 vor. Die Plattform besteht aus bis zu zwei Motoren, einer integrierten Antriebsachse, Batteriezellen, einem Ladesystem und einer Fünflenker-Hinterradaufhängung.

Die Hyundai E-GMP-Plattform für elektrisch betriebene Fahrzeuge.

Hyundai stellte seine E-GMP-Plattform im Dezember 2020 im Rahmen einer digitalen Präsentation vor. | Hyundai Motor Group

Hyundai gibt eine maximale Reichweite von 500 Kilometern an. Ein Schnellladesystem soll die Batterie innerhalb von 18 Minuten auf einen Ladestand von 80 Prozent bringen. Eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h sei in unter 3,5 Sekunden möglich.

Stimmen diese Daten, stellt sich die Frage, was aus Apples eigener Batterie wird. Eine Konzern-nahe Quelle berichtete Reuters von einer bahnbrechenden Technologie, die den E-Auto-Markt revolutionieren würde.

Apple habe ein einzigartiges Monozellen-Design entwickelt. Größere Batteriezellen würden die Reichweiten herkömmlicher Akkus deutlich übertreffen. Zudem habe der iPhone-Hersteller eine neuartige Lithium-Eisen-Phosphat-Mischung kreiert, die sicherer als Lithium-Ionen-Batterien sei.

Porsche-Manager wechselt zu Apple

In einem Interview mit der BBC sprach Tesla-Chef Elon Musk schon 2016 über Apples Forschungen für ein potenzielles iCar. Es sei ein offenes Geheimnis, dass Apple an einem Auto arbeite. Schließlich könne man nicht Tausende Ingenieure abwerben, ohne dass dies jemand bemerken würde.

2019 warb Apple mit Steve MacManus auch einen führenden Tesla-Ingenieur ab. MacManus war für die Entwicklung von Innen- und Außenausstattung der Tesla-Fahrzeuge verantwortlich. Wie der Business Insider berichtet, holt sich Apple nun einen Porsche-Top-Manager ins Boot.

Manfred Harrer ist Leiter der Cayenne-Produktlinie und gilt als Fahrwerkexperte. Außerdem war er an der Entwicklung des elektrisch betriebenen Taycan beteiligt.

Titelbild: Hyundai Motor Group, Quellen: Appleinsider, Reuters, Business Insider

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