Neue Alexa Funktionen bringt Amazon traditionell erst in die USA. Wir stellen zehn US-exklusive Features vor, die wir uns für 2021 wünschen.

Die smarte Sprachassistentin Alexa findet immer mehr Anwendung im Alltag. Das klassische Frage-Antwort-Spiel beherrscht sie mühelos, sie stellt Timer oder erinnert an wichtige Termine. Über die smarten Amazon-Geräte der Echo-Serie bedient sie zudem viele kompatible Smart-Home-Geräte auf Kommando.

Die Sprach-KI kann aber eigentlich noch viel mehr. Auf Amazons Hardware-Event im September letzten Jahres wurde neben den neuen Echo-Geräten auch der hauseigene KI-Chip AZ-1 vorgestellt. Durch ihn werde Alexa effizienter und verbrauche weniger Strom, hieß es in der Präsentation. Sprachbefehle könnten künftig direkt auf dem Gerät verarbeitet werden und durch maschinelles Lernen kämen Interaktionen mit Alexa bald menschlichen Gesprächen nahe.

Viele neue Funktionen werden durch diesen Chip überhaupt erst möglich. Aber beinahe alle werden zunächst von dem Zusatz „vorerst nur in den USA verfügbar“ begleitet. Oft dauert es Monate, wenn nicht sogar Jahre, bis eine Neuerung über den Großen Teich schwappt. Wir stellen zehn US-exklusive Features vor, die wir hierzulande gern hätten.

Alexa Hunches: Sprach-KI wird selbstständig

Das erste und gleichzeitig aktuellste Feature in dieser Liste ist Alexa Hunches. Mit dieser Funktion lernt die Sprachassistentin eure Tagesabläufe und reagiert auf Abweichungen. Seid ihr werktags von acht Uhr morgens bis abends um sechs unterwegs, schaltet ihr in der Regel das Licht aus. Alexa erkennt nach einiger Zeit, dass während dieser neun Stunden keine Lampe mehr brennen sollte.

 

Vergesst ihr morgens das Küchenlicht auszumachen, bemerkt die Sprachassistentin das und schickt eine Benachrichtigung in die Alexa-App. Darin fragt sie, ob sie das Licht ausschalten soll. Gleiches gilt für smarte Türschlösser oder Thermostate.

Fällt Alexa auf, dass die Haustür während eurer Abwesenheit nicht abgeschlossen ist oder ein Raum stärker beheizt wird als sonst, vermutet sie eine Abweichung und erstattet Bericht. Hunches funktioniert nur bei kompatiblen Geräten. Entwickler müssen die Funktion in ihre Smart-Home-Geräte implementieren.

Die Künstliche Intelligenz die Alexa zugrunde liegt, verbessert dieses Verhalten durch maschinelles Lernen. Ihre Ahnungen werden also mit der Zeit immer präziser. Hunches ist für Nutzer in den USA schon seit 2018 verfügbar.

Am 25. Januar 2021 rollte Amazon allerdings ein umfangreiches Update aus. Über die App lässt sich nun einstellen, dass Alexa nicht mehr nachfragen muss. Die Sprach-KI schließt also selbstständig die Tür ab oder schaltet das Licht aus, wenn sie eine Abweichung bemerkt.

Alexa erkennt latente Nutzerziele

Alexa lernt neben den Alltagsroutinen ihrer Nutzer auch, was sie mit ihren Fragen bezwecken. Im November letzten Jahres stellten Amazons KI-Forscher eine neue Fähigkeit der Sprachassistentin vor: Sie denkt mit.

Ein Ablaufbeispiel in Textform, wie eine Interaktion mit der Sprach-KI Alexa aussehen könnte.

Alexa schließt aus der Interaktion, dass der Nutzer an weiteren Strandaktivitäten interessiert ist. | Bild: Amazon

Alexa erschließt latente Nutzerziele. Sie ahnt also, was ihr als Nächstes fragen könntet. Wird die Sprach-KI beispielsweise danach gefragt, wie lange Schwarztee ziehen muss, antwortet sie und stellt danach selbstständig die Frage, ob sie einen entsprechenden Timer programmieren soll.

Auch hier spielt Deep Learning eine große Rolle. Alexa untersucht den Inhalt des aktuellen Gesprächs und gleicht ihn mit vergangenen Interaktionen ab. Zudem analysieren die Algorithmen der Zielerkennung kontextbezogene Aktionsketten. Wer also häufig Folgefragen stellt, hilft Alexa dabei, präziser zu werden.

Alexa Guard Plus: Die smarte Alarmanlage

Eng verbunden mit Hunches ist auch Amazons neuer kostenpflichtiger Home-Security-Service. In den USA kann Alexa seit Kurzem als KI-Alarmanlage genutzt werden. Sie erkennt verdächtige Bewegungen in und um das Gebäude, wenn ihr nicht zu Hause seid.

Auf Wunsch reagiert sie darauf mit Hundegebell oder schaltet das Licht ein, um ungebetene Gäste zu verscheuchen. Hört sie Glas zerbrechen, ertönt eine Sirene durch alle verbundenen Smartspeaker.

Für die Bewegungserkennung muss Alexa mit smarten Kameras wie der Ring Doorbell (Amazon-Link) verknüpft sein. Die Geräuscherkennung übernehmen die Mikrofone des Echo 4 oder ähnlichen Amazon-Geräten. Das Alarmanlagen-Abo beinhaltet auch die Kontaktaufnahme mit einer Notfallzentrale. „Alexa, ruf Hilfe“ sendet sofort einen Notruf aus.

Care Hub: Alexa wacht über Familienmitglieder

Ein weiterer neuer Amazon-Service ist das Alexa Care-Hub. Damit richtet sich Amazon vor allem an Familien, die räumlich getrennt voneinander leben. Einmal eingerichtet erstattet Alexa einer Kontaktperson laufend Bericht über die eigenen Aktivitäten.

Ein Echo Show zeigt ein Videotelefonat von Mutter und Sohn über Care Hub.

Mit Amazons Care Hub soll Alexa Familien helfen, in Verbindung zu bleiben. | Bild: Amazon

Sind beispielsweise die Konten der allein lebenden Großmutter und des Enkels miteinander verknüpft, erhält der jedes Mal eine Meldung auf das Smartphone, wenn die Oma mit Alexa interagiert. Die Benachrichtigungen sollen signalisieren, dass alles in Ordnung ist.

Stellen die Echo-Geräte der Großmutter über einen vorher definierten Zeitraum keine Aktivität fest, erhält der Enkel eine Sondermeldung und kann sofort per Drop-in einen Anruf starten. Ähnlich wie bei Amazons Alexa Guard Plus kann auch hier ein Notfallkontakt hinterlegt werden. Der wird per Sprachbefehl („Alexa, ruf Hilfe“) kontaktiert.

Chat-Funktion: Alexa nimmt Befehle per Textnachricht entgegen

Diese Funktion wurde selbst in den USA noch nicht vollständig veröffentlicht. Seit Dezember letzten Jahres läuft der Alexa-Chat als öffentliches Preview, das während der Testphase nur in manchen Alexa-Apps erscheint.

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Alle gängigen Funktionen wie die Musikwiedergabe oder Erinnerungen werden so per Chat gesteuert. Befehle werden in ein gesondertes App-Menü eingetippt, in dem Alexa ebenfalls per Textnachricht antwortet.

Alexa Energy Dashboard: Smartes Energiesparen

Die vierte Generation der Amazon Echo-Geräte ist wie bereits erwähnt mit dem hauseigenen KI-Chip AZ-1 bestückt. Der soll in einem speziellen Energiesparmodus bis zu zwanzigmal weniger Strom verbrauchen als die Chips der Vorgänger-Geräte.

Wie unser Test zu Echo 4 ergeben hat, ist dieser Sparmodus aber kaum alltagstauglich. Schon das Verknüpfen mit einem Spotify-Konto oder eine Verbindung zu einem anderen Smart-Home-Gerät verhindert die Aktivierung.

Glücklicherweise sind die neuen Echo-Lautsprecher ohnehin keine allzu großen Stromfresser. US-Nutzer sehen seit Ende letzten Jahres den Stromverbrauch von Echo-Geräten und anderen kompatiblen Smart-Home-Geräten in einer praktischen Übersicht.

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Das Alexa Energy Dashboard kann über die Alexa-App oder das Display eines Echo Show abgerufen werden. Darin wird der aktuelle Energieverbrauch einzelner Smart-Home-Geräte angezeigt. Alexas Hunches finden ebenfalls Anwendung. Automatismen wie das Ausschalten von Lampen unter bestimmten Umständen werden hier aktiviert.

Proaktive Erinnerungen durch Alexa

Die Erinnerungsfunktion von Alexa (Guide) ist auch hierzulande eine beliebte Funktion. Einmal den Termin eingesprochen, meldet sich Alexa pünktlich über den ausgewählten Smart Speaker und die Smartphone-App. In den USA wurde die Erinnerungsfunktion vor Kurzem erweitert.

Das Amazon Care Hub sendet Meldungen an die Alexa App.

Alexa erinnert Nutzer künftig proaktiv an Events, die ihnen wichtig sind. | Bild: Amazon

Alexa meldet sich proaktiv, wenn Termine anstehen, die für ihre Nutzer von Belang sein könnten. Wird Alexa häufiger zu einer bestimmten Sportmannschaft oder einem Film befragt, gibt die Sprachassistentin proaktiv Bescheid, wenn das nächste Spiel anliegt oder der Film im TV läuft.

Sie erinnert auch automatisch an Events, nach denen sie schon mal gefragt wurde. Eine gesonderte Erinnerung muss nicht mehr eingestellt werden. Ebenfalls nützlich: „Alexa, gib mir Bescheid, wenn mir Tom eine E-Mail schickt.“ Die Sprachassistentin meldet sich, sobald die Nachricht eintrifft.

Alexa als Dolmetscherin: Übersetzungen in Echtzeit

Amazons smarte Assistentin überwindet Sprachbarrieren – zumindest in den USA. Unterhalten sich dort zwei Menschen in unterschiedlichen Sprachen, übersetzt Alexa in Echtzeit und zeigt das Transkript auf dem Display des Echo Show an.

Diesen „Live-Translation-Service“ bietet die deutsche Alexa zwar noch nicht an, wohl aber einen Multilingual-Modus. Der erlaubt die gleichzeitige Steuerung in zwei verschiedenen Sprachen, wie beispielsweise Deutsch und Englisch.

Telefon-Konferenzen und Zoom-Calls mit Alexa

Pünktlich zu Weihnachten brachte Amazon neue Anruffunktionen auf Alexa-Geräte. In den neuen, auch in Deutschland verfügbaren Group Calls können bis zu sieben Freunde oder Familienmitglieder gleichzeitig miteinander telefonieren. Mit den Smart-Speakern Echo, Echo Dot oder Echo Show sind so Audio- oder Videotelefonate möglich.

Erstellt einer der Teilnehmer eine entsprechende Gruppe, reicht beispielsweise der Sprachbefehl „Alexa, ruf meine Familie an“, um eine Konferenzschaltung mit allen Mitgliedern zu beginnen. US-Nutzern stehen weitere Optionen zur Verfügung: Video-Konferenzen sind dort über Zoom oder Amazon Chime möglich. Die beschränken sich jedoch auf Echo Show 8. Darauf kann auch das neue Feature „Call Captioning“ aktiviert werden.

Für Menschen mit Hörschädigungen erstellt Alexa Untertitel der laufenden Gespräche in Echtzeit. Die Kids-Editions der Fire-Tablets erhalten zudem einen speziellen Video-Chat für Kinder. Eltern können dort Kontakte eintragen, mit denen die Kleinen  sprechen dürfen und haben die volle Kontrolle über die Anruffunktion.

Alexa for Business: Die Sprach-KI für Unternehmen

Amazon bietet in Kombination mit dem eigenen Cloud-Service AWS eine spezielle Alexa-Integration für Unternehmen an. Mit Alexa For Business soll die smarte Assistentin Organisationsaufgaben im täglichen Geschäftsbetrieb übernehmen.

Der Alexa Smart Scheduling Assistant hilft beim Verwalten des Kalenders und der Organisation von Aufgaben und Terminen. Alexa wählt sich automatisch in Konferenzgespräche ein oder findet Informationen zum aktuellen Lagerbestand bestimmter Handelswaren.

Zudem können Unternehmen eigene Skills erstellen und sie in ihr Business-Paket integrieren. Alexa kann somit beispielsweise Wegbeschreibungen zum Kunden generieren, Konferenzräume buchen oder selbstständig Büromaterial nachbestellen.

Titelbild & Quelle: Amazon

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